Schüchternheit überwinden: Mit diesem 5-Schritte-Plan

Du bist schüchtern und stehst ungern im Mittelpunkt?

Du hast Probleme damit auf neue Leute zuzugehen und dich mit diesen zu unterhalten, da du nicht weißt was du sagen sollst?

Du machst dir ständig Gedanken darüber was andere über dich denken?

Kein Grund zur Panik! Mir ging es früher auch oft so.

In Gesprächen wurde ich sehr schnell nervös und hielt mich deshalb lieber zurück anstatt etwas Falsches zu sagen und dadurch komisch zu wirken.

Ich war immer heilfroh, als die unangenehme Situation endlich vorüber war und machte mir sogar selbst im Nachhinein noch stundenlang Gedanken darüber, was die anderen Leute nur über mich denken.

Ich war lange Zeit sehr unzufrieden mit mir selbst und meinem Leben.

Ich dachte immer, dass ich einfach anders bin und keiner mich so richtig mag.

Deshalb hielt ich mich auch die meiste Zeit zu Hause in meinem Zimmer auf wo ich natürlich keine neuen Freunde finden konnte.

Das kapierte ich dann schließlich auch irgendwann und mir wurde klar, dass ich etwas verändern muss. 

Also ging ich raus auf die Straße, kam mit fremden Menschen ins Gespräch und verließ so oft es nur ging meine Komfortzone. Natürlich war das damals erstmal eine große Überwindung für mich aber es hat sich definitiv gelohnt.

Heute bin ich ein selbstbewusster Mensch, der offen seine Meinung sagt, problemlos Vorträge vor vielen Menschen halten kann und anderen Menschen beibringt selbstbewusster zu werden. 

Und das obwohl ich noch immer ein introvertierter Mensch bin.

Und damit wären wir auch schon bei einem großen Mythos zum Thema Schüchternheit angekommen.

3 Mythen über Schüchternheit

Mythos 1: Schüchtern = introvertiert

Viele Leute stecken schüchtern sein und introvertiert sein in eine gemeinsame Schublade.

Dabei sind es zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Introvertierte Personen sind von Natur aus eher ruhig und halten sich zurück, weil ihnen Gespräche mit anderen viel Energie kosten. Sie brauchen viel Zeit für sich selbst, um diese Energie wieder aufzuladen. Allerdings unterhalten sie sich in kleineren Gruppen auch gerne.

Schüchterne Personen hingegen halten sich in sozialen Situationen zurück, weil sie Angst davor haben abgelehnt zu werden oder etwas Falsches zu sagen. 

Sie meiden daher Gespräche mit anderen grundsätzlich so gut es geht.

Mythos 2: Schüchternheit kann man nicht ändern

Viele glauben außerdem Schüchternheit sei angeboren und man ist entweder ein Leben lang schüchtern oder man ist nicht schüchtern.

Doch das ist falsch!

Schüchternheit ist viel mehr antrainiert als angeboren und es kann genau so auch wieder abtrainiert werden.

Oftmals ist ein schüchternes Verhalten auf unsere Kindheit zurückzuführen.

Unsere Eltern schimpften mit uns, wenn wir zu laut in der Öffentlichkeit waren. Wenn wir etwas falsch gemacht haben wurden wir bestraft, wodurch wir beim nächsten mal gleich lieber etwas vorsichtiger waren. Und wenn wir dumme Fragen gestellt haben, wurden wir dafür schief angeguckt.

All diese Sachen haben uns unterbewusst geprägt und spiegeln sich noch heute in unserem Verhalten wieder und machen uns unsicherer.

Aber keine Sorge. Schüchternheit kannst du dir auch ganz leicht wieder abtrainieren. Zwar nicht direkt von heute auf morgen, aber wenn du die Übungen, die ich dir nachher mitgeben werde regelmäßig machst, wird sich deine Schüchternheit bereits in wenigen Wochen spürbar minimieren.

 

Mythos 3: Schüchterne Menschen sind immer schüchtern

Ebenso falsch ist es zu sagen, dass schüchterne Menschen zu jeder Zeit schüchtern sind. Denn das ist nicht der Fall.

Schüchterne Menschen können genauso gut in anderen Situationen wiederum nicht schüchtern sein.

Ich nehme mal an, dass du selbst schüchtern bist.

Und wahrscheinlich hast du selbst schon bemerkt, dass du in bestimmten Situationen gar nicht schüchtern bist. Zum Beispiel wenn du mit einem guten Freund von dir oder mit jemandem aus deiner Familie unterwegs bist.

 

Schüchternheit überwinden: Mit diesem 5-Schritte-Plan

Schritt 1: Ändere deine innere Einstellung

Oftmals denken wir, dass alle Menschen um uns herum perfekt sind, nur wir selbst nicht.

Wir glauben, dass andere alles besser können und das was andere sagen mehr Wert hat.

Doch das ist Quatsch!

All diese Dinge sind nämlich zudem erstmal nichts weiter als Gedanken in deinem Kopf. Und es liegt vollkommen an dir selbst wie du diese Gedanken deutest. 

Nur meistens deuten wir diese auch negativ.

Und genau das ist das große Problem dabei.

Denn das was wir innerlich über uns selbst denken, strahlen wir nach außen hin auch aus.

Konkret heißt das also:

Wenn du ein negatives Selbstbild von dir selbst hast, werden dich die Menschen um dich herum genau so wahrnehmen.

Versuche also dein Selbstbild und somit deine innere Einstellung zum Positiven zu verändern.

Schritt 2: Finde heraus, wann du schüchtern bist

Wie du ja bereits weißt, sind schüchterne Menschen gar nicht immer schüchtern. Und wie du auch inzwischen weißt ist schüchtern sein ein selbst antrainiertes Verhalten.

Deshalb geht es in diesem Schritt darum, herauszufinden, in welchen Situationen du besonders schüchtern und nervös bist, damit du weißt wie du deine Schüchternheit schnell loswirst.

Denn genau diese Situationen sind es letztendlich, an denen du arbeiten musst.

Nimm dir hierfür am besten einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand und schreibe alle Situationen auf, in denen du schüchtern bist.

Das könnten beispielsweise Situationen sein wie:

  • Ich bin besonders schüchtern, wenn ich eine attraktive Person des anderen Geschlechts sehe
  • Ich bin sehr schüchtern, wenn ich vor einer großen Gruppe an Menschen reden muss
  • Ich bin schüchtern, wenn ich mich am Telefon mit meinem Chef unterhalten muss

Nimm dir für diese Übung ruhig ein wenig Zeit und schreibe alle Situationen auf, dir dir einfallen.

BONUS: Ich habe für dich eine solche Liste erstellt, die du dir hier direkt herunterladen kannst.

Schritt 3: Begib dich bewusst in Situationen in denen du nervös bist

Bei diesem Schritt ist es sehr wichtig, dass du die Übung davor erledigt hast.

Denn nur, wenn du weißt, in welchen Situationen du schüchtern bist, kannst du aktiv etwas dagegen unternehmen und deine Schüchternheit überwinden.

Begib dich bewusst in Situationen in denen du schüchtern und nervös bist. 

Wenn du also große Angst hast mit einer attraktiven Person des anderen Geschlechts ein Gespräch zu führen, geh bewusst auf Leute zu die du attraktiv findest und führe mit denen einen kurzen Smalltalk.

Wenn du große Angst hast vor vielen Menschen zu reden, melde dich auch wenn es dir schwer fällt bei der nächsten Firmenbesprechung und stelle eine kurze Nachfrage.

Wenn du große Angst davor hast, mit deinem Chef zu telefonieren ruf du ihn diesmal von selbst an und frage ihn zum Beispiel, ob du in der nächsten Woche einen Tag Urlaub nehmen kannst.

Geh diesen Schritt unbedingt auch wenn er dir sehr schwer fällt.

Eine super Grundlage hierfür sind übrigens meine 7 Übungen.

Schritt 4: Mach dir nicht so viele Gedanken was du sagen sollst

Viele setzen sich an dieser Stelle selbst unter Druck. Sie wissen in Gesprächen nicht was sie sagen sollen. Sie glauben, alles was sie sagen muss immer perfekt sein.

Und machen sich deshalb ständig Gedanken darüber.

Dabei erwartet niemand von dir, dass alles was du sagst perfekt ist.

Wenn du etwas zu erzählen hast, lass es einfach raus.

Und mach dir keine Gedanken darüber, ob das jetzt passt oder nicht.

Denn wenn du zu viel darüber nachdenkst, wird dein Kopf ausreden finden und am Schluss sagst du dann gar nichts was noch viel schlimmer ist als mal etwas Falsches oder unangebrachtes zu sagen.

Schritt 5: Hab keine Angst vor Fehlern

Viele Menschen haben Angst vor Fehlern. Sie glauben, immer alles perfekt machen zu müssen und immer den perfekten Eindruck hinterlassen zu müssen.

Dabei vergessen die meisten immer wieder, dass Fehler vollkommen menschlich und natürlich sind. Sie gehören einfach zum Leben dazu und lassen uns wachsen.

Bleib daher einfach locker und mach dir nicht so viele Gedanken darüber, was andere von dir denken und wie du am besten fehlerfrei auftreten kannst.

Denn dadurch wirkst du auf andere unauthentisch.

Sorg lieber dafür, dass du Spaß hast und lache auch mal über dich selbst, wenn dir etwas peinliches passiert.😉

3 praktische Übungen um Schüchternheit loszuwerden

Nun weist du bereits, wie du deine Schüchternheit überwinden kannst. Aber nur durchs Lesen von diesem Artikel wird sich nichts verändern.

Was du also tun musst ist es in Aktion zu kommen. Und genau deshalb habe ich noch 3 praktische Übungen für dich mit denen du schnell deine Schüchternheit überwinden kannst.

Übung 1: Sprich fremde Menschen an

Geh raus auf die Straße und frag fremde Menschen z.B. nach der Uhrzeit oder nach einer Sehenswürdigkeit.

Wenn du sehr schüchtern bist kannst du vorerst in eine Bäckerei oder ein anderes Geschäft gehen und dort eine/n Verkäufer/in fragen. Das Risiko hierbei abgelehnt zu werden ist gleich null.

Wenn du schon etwas fortgeschrittener bist kannst du auch auf fremde Menschen die du interessant oder attraktiv findest direkt im Alltag zugehen.

Übung 2: Sag deine Meinung

Das nächste mal, wenn du mit einer anderen Person im Gespräch bist, sag einmal bewusst offen und ehrlich deine Meinung und steh dazu. Mit dieser Übung stärkst du deine Durchsetzungsfähigkeiten und du lernst, selbstbewusst zu deiner Meinung zu stehen.

Beispiel: Ein Freund fragt dich, ob du Lust hast am Wochenende ins Kino zu gehen.

Wenn du hingegen eigentlich viel lieber eine Fahrradtour bei dem schönen Wetter unternehmen würdest, dann sag ihm das offen und ehrlich. Denn andere schätzen deine ehrliche Meinung.

Hier gelangst du zu meinem Artikel wo du lernst, wie du zukünftig ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen Nein sagen kannst.

Übung 3: Stell dich deinen Ängsten

Diese Übung ist der Hammer für dich, wenn du dir sehr viele Gedanken darüber machst, was andere über dich denken. Sie erfordert zwar etwas Überwindung aber sie bringt dich enorm weiter.

Und zwar stellst du dich auf den Marktplatz und beginnst zu singen für mindestens 1 Minute.

Das ganze steigerst du dann von mal zu mal.

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